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APEX 120 Berlin: Das neue Format von SCC EVENTS ist jetzt schon kult

Die Premiere von APEX 120 Berlin auf dem Teufelsberg verbindet Lauf, Lost Place, Graffiti und Clubkultur und zeigt, wie außergewöhnlich eine Laufveranstaltung sein kann. Was für ein Ort für ein neues Laufevent: Der Teufelsberg liegt an diesem Freitagabend nicht nur im warmen Licht der untergehenden Sonne. Zwischen den Bäumen ragen die markanten Radarkuppeln der ehemaligen Abhörstation in den Berliner Himmel, Betonwände sind mit riesigen Graffiti überzogen, irgendwo läuft Musik.

Dieser Lauf ist anders – das ist klar

Mittendrin: Läufer:innen, die Treppen hinauf- und wieder hinunterhetzen, durch enge Gänge verschwinden, über Asphalt und kurze Schotterpassagen sprinten und dabei immer wieder neue Räume dieses außergewöhnlichen Lost Places entdecken.Am 21. August feiert APEX 120 Berlin seine Premiere – und schon nach den ersten Runden wird klar: Dieser Lauf ist anders. Hier treffen sportliche Herausforderung, Teamwork und Wettkampf auf Berliner Geschichte, Street Art und Clubatmosphäre. Der Teufelsberg wird dabei nicht einfach zur Kulisse. Er ist ein wesentlicher Teil des Erlebnisses.

Ein Rennen mitten durch und über Berliner Geschichte

Rund 1,7 Kilometer misst eine Runde des Team-Events. Sie führt über das Gelände des ehemaligen Abhörkomplexes, über Asphalt und kurze Schotterabschnitte, über Rampen und Treppen, durch schmale Durchgänge und Indoor-Passagen. Es gibt Anstiege und Gefälle, wechselnde Lichtverhältnisse und immer wieder überraschende Perspektiven. Die Strecke führt die Teilnehmer:innen buchstäblich durch die Geschichte des Ortes. Der Teufelsberg ist schließlich selbst ein Stück Berliner Geschichte: Der künstliche Berg besteht aus rund 26 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt des zerstörten Berlin. 22 Jahre lang, von 1950 bis 1972, wurde hier Schutt abgelagert. Bis zu 800 Lastwagen brachten in der Hochphase täglich rund 7.000 Tonnen Material auf den Berg. Heute liegt die Geschichte Schicht für Schicht übereinander: NS-Zeit, Nachkriegszeit und Kalter Krieg. Seit 2018 steht das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz. Oben auf dem Berg erreichten die Läufer:innen den höchsten Punkt der Strecke. 120,1 Meter misst der Teufelsberg nach einer neuen Vermessung der TU Berlin – bis 2013 waren offiziell noch 114,7 Meter angegeben. Der Name APEX 120 spielt genau darauf an: „Apex“ bezeichnet den höchsten Punkt.

Kaisers Santa Maria trifft auf harten Techno

Und dann ist da dieser Lauf-Soundtrack, den wohl nur der Teufelsberg liefern kann. Ganz oben auf der Abhöranlage ist aus der nahe gelegenen Waldbühne Roland Kaiser zu hören. Melodisch lässt er die „Santa Maria“ vorbeisegeln. Für einen kurzen Moment scheint die Szenerie fast surreal: Run-Crews auf dem ehemaligen Abhörgelände, Berliner Abendhimmel über den Radarkuppeln und dazu deutscher Schlager. Doch der nächste Abschnitt bringt einen abrupten musikalischen Wechsel. Sobald es wieder hinuntergeht, verschwinden die Läufer:innen in einem engen, mit Graffiti übersäten Treppenhaus. Dort ballern ihnen Techno-Beats entgegen. Roland Kaiser ist vergessen. Diese Gegensätze machen den besonderen Reiz von APEX 120 aus. Der Teufelsberg verbindet Vergangenheit und Gegenwart, Natur und Beton, Geschichte und Kunst und an diesem Abend auch Laufwettkampf und Clubkultur.

Wenn aus einem Lost Place eine Laufstrecke wird

Die ehemalige Abhörstation gehört heute zu den bekanntesten Street-Art-Orten Berlins. Internationale und Berliner Künstler:innen haben die verlassenen Gebäude, Betonflächen und Radome über Jahre zu einer riesigen Leinwand gemacht. Beim APEX 120 laufen die Teilnehmer:innen mitten hindurch. Graffiti ist hier nicht Dekoration, sondern Teil der Strecke. Immer wieder tauchen neue Murals auf, die sich mit der rauen Architektur, den alten technischen Anlagen und der Natur des Grunewalds verbinden. Dazu kommen die charakteristischen Radome, die längst zu einem Wahrzeichen des Teufelsbergs geworden sind. Was einst der technischen Überwachung diente, ist heute Teil einer völlig anderen Nutzung: Kunst, Kultur, Veranstaltungen und nun auch ein ungewöhnlicher Wettkampf.

Zwei Läufer, ein Team und viel südamerikanisches Temperament

Auch sportlich setzt APEX 120 auf ein anderes Konzept als ein klassischer Lauf. Jeweils zwei Personen bilden ein Team. Gemeinsam absolvieren sie vier Runden von rund 1,7 Kilometern. Nach jeder Runde wird gewechselt. Als Staffelstab dient ein Clip-Armband mit der Startnummer. Erst wenn das Armband übergeben ist, darf das nächste Teammitglied auf die Strecke. Damit wird der Wechsel zu einem entscheidenden Moment des Rennens. Die Reihenfolge, in der die Clip-Armbänder an der Zielvorrichtung befestigt werden, entscheidet über die Platzierung. Entscheidend ist nicht die individuelle Leistung, sondern die des Teams. Die schnellsten Zweierteams erreichen das Finale. Gewonnen haben bei der APEX 120 Premiere bei den Männern die Bad Boyz Berlin. Bei den Frauen setzte sich das Team BBF Misa & Rosa durch.

Die Rio Bros: Fußballer auf ungewohntem Terrain

Unter den Teams sind auch Jakob und Micha. Die beiden Brüder starten als Rio Bros. Eigentlich sind sie Fußballer. Ihr Teamname verweist auf ihre brasilianischen Wurzeln. Und wer den beiden in die Augen schaut, erkennt schnell: Das südamerikanische Temperament ist durchaus vorhanden. Dass am Sonntag ein wichtiges Pokalspiel auf sie wartet, hält die beiden nicht vom Start ab. „Der APEX 120 ist jetzt schon Kult und man muss einfach dabei sein“, sagen sie vor dem Rennen. Die Strecke fordert ihnen einiges ab. Vier Runden durch Treppenhäuser, Gänge, Anstiege und Graffiti-Kulissen sind auch für trainierte Fußballer kein Spaziergang. Nach dem Rennen finden sie deshalb eine ziemlich treffende Beschreibung für das Erlebnis: „Zwischen eklig hart und einfach unfassbar cool – die Location, die Lichter, die Beats, die besondere Stimmung.“ Die Rio Bros hoffen deshalb auf eine Fortsetzung. Der APEX 120 muss im nächsten Jahr wieder stattfinden, sagen sie. „So ein Event hat in Berlin gefehlt.“

Einer, der noch eine ganz andere Geschichte erzählen kann

Zwischen den jungen Läufer:innen ist an diesem Abend ein Mann unterwegs, der den Teufelsberg noch aus einer ganz anderen Zeit kennt. Graue Haare, darüber eine grüne Feldmütze. Er beobachtet das Geschehen, spricht mit den Teilnehmer:innen und erzählt schließlich seine Geschichte. Vor vielen Jahren hat er selbst in der Abhöranlage gearbeitet. Er weiß noch, wo die Technik stand, wo sich das Offizierskasino befand und wie die Gebäude damals genutzt wurden. Heute läuft an diesen Orten niemand mehr im Auftrag der Nachrichtendienste. Hier rennen junge Menschen um die Wette, begleitet von Techno-Beats und umgeben von Graffiti. Der ehemalige Mitarbeiter ist begeistert von dieser neuen Nutzung des Ortes. Sportlich, friedlich, verbindend, so erlebt er den Teufelsberg an diesem Abend. Vielleicht beschreibt genau das, was APEX 120 im Kern ausmacht: Ein Ort, der über Jahrzehnte von Kontrolle, Geheimhaltung und militärischer Nutzung geprägt war, wird zu einem Treffpunkt für Sport, Begegnung, Kunst und Musik.

Ein besonderer Ort für auch für den Organisator

Dass der Teufelsberg heute Schauplatz einer neuen Laufveranstaltung ist, passt auch zur Geschichte des Sport Club Charlottenburg (SCC) und zum Organisator des Apex 120, dem  SCC EVENTS. Bereits 1964 fand hier der erste Berliner Crosslauf statt und begründete eine Tradition des Laufens für jedermann. Aus der Volkslaufbewegung des SCC entwickelte sich später der Berliner Volksmarathon, der 1974 erstmals gestartet wurde. Die Strecke führte durch den Grunewald entlang der AVUS, auf einer Trainingsroute der SCC Langstreckler. Aus diesen Anfängen entwickelte sich schließlich der heutige BMW BERLIN-MARATHON. Bis heute besteht die Verbindung: Das Clubhaus des SC Charlottenburg liegt direkt am Fuß des Teufelsbergs. Und mit dem Berliner Silvesterlauf findet hier jedes Jahr eine weitere Veranstaltung von SCC EVENTS statt. APEX 120 setzt nun einen neuen Akzent. Kein klassischer Straßenlauf, kein Volkslauf im herkömmlichen Sinne, sondern eine Team-Challenge mitten in einem Berliner Lost Place.

Berlin bekommt einen neuen Lauf-Ort

Der Teufelsberg hat schon vieles erlebt: Trümmerberg, Skigebiet, Weinberg, Abhörstation und heute Kunst- und Kulturort. Rund 480.000 Bäume und 40.000 Sträucher wurden nach Abschluss der Aufschüttung gepflanzt. In den 1970er-Jahren wuchsen hier sogar Rebstöcke; daraus entstand das „Wilmersdorfer Teufelströpfchen“. Jetzt kommt ein weiteres Kapitel hinzu. APEX 120 zeigt den Teufelsberg aus einer neuen Perspektive. Die Läufer:innen erleben den Ort nicht nur als Besucher:innen, sondern bewegen sich durch seine Geschichte. Sie laufen über den künstlichen Berg, vorbei an den Radomen, durch die ehemalige Abhörstation, durch Graffiti-Galerien und über Treppenhäuser. Sie kämpfen gegen die Uhr und zugleich füreinander. Und genau daraus entstand der Charakter dieser Premiere. APEX 120 Berlin ist nicht einfach ein Lauf auf dem Teufelsberg. Es ist ein Lauf, der den Teufelsberg erlebbar macht. Nach dieser ersten Ausgabe spricht deshalb vieles dafür, dass die Rio Bros mit ihrer Einschätzung richtig liegen: So ein Event hat in Berlin tatsächlich gefehlt.