FACES Ausgabe #2: Rotraut Zylka

Seit wann bist du dabei?
Beim ersten Berlin-Marathon 1974, damals noch im Grunewald, war ich für die Siegerehrung verantwortlich. Danach war ich sieben Jahre lang Fahrerin im Shuttle Service, organisierte den VIP-Brunch und die Get Together Empfänge und war für die Athletenbetreuung zuständig. In all den vielen Jahren konnte ich nur einmal nicht beim Berlin-Marathon dabei sein, weil ich kurz vorher einen Fahrradunfall hatte.
Hast du ein Lieblings-Event?
Für mich haben alle Veranstaltungen ihr ganz spezielles Etwas. Natürlich sind der BMW BERLIN-MARATHON und der GENERALI BERLINER HALBMARATHON absolute Höhepunkte, weil dann die Welt zu Gast in Berlin ist und auch wegen der vielen Top-Ahtleten und Rekorde. Ein anderes, viel kleineres Event ist mir aber über die Jahre sehr ans Herz gewachsen: Die “Generalprobe” im August. Früher fand sie noch im Grunewald statt, inzwischen ist sie direkt in meiner Nachbarschaft in Steglitz gelandet. Sie hat noch den liebenswerten ursprünglichen Charme einer etwas kleineren Laufveranstaltung und zeigt uns, wo wir herkamen. Für viele Sportler:innen, die ein paar Wochen später beim Berlin-Marathon ihre Premiere feiern wollen, ist es ein echter Test, ob bei der Vorbereitung alles gut läuft. Wobei immer auch mal schief gehen kann, was menschlich ist. Das gefällt mir und erinnert mich an unseren Start vor über 50 Jahren.
Hast du einen Lieblings-Ort auf einem der Events?
Auch da gibt es etliche Orte, die mit vielen Erinnerungen verbunden sind. Spontan fällt mir das Café Kranzler am Kudamm/Joachimstaler Platz ein. Das “Kranzler” hat eine ganz lange Geschichte und war eine Institution im damaligen West-Berlin. Bevor der Marathon 2003 ans Brandenburger Tor zog, war die Ziellinie kurz vor der Gedächtniskirche mitten in der City West. Im Café Kranzler haben wir den Vip-Brunch und die Pressekonferenz veranstaltet. Von dort oben hatte man einen hervorragenden Blick auf den Zieleinlauf. Die Siegerehrung fand direkt auf der Straße statt. Immer wenn ich dort vorbeikomme, denke ich gerne an die Zeit damals zurück.
Welcher besondere Moment war für dich der Schönste?
Der ist gar nicht so lange her. Bei den Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum war am Brandenburger Tor eine tolle Ausstellung zur Geschichte des Berlin-Marathon aufgebaut. MOVE hieß das, es war toll gemacht und hat mich sehr bewegt. Als ich mir in aller Ruhe die vielen Fotos und Exponate aus den letzten 50 Jahren Berlin-Marathon anschaute, wurde mir bewusst, was für eine riesige Veranstaltung das geworden ist. Und es ist ein schönes Gefühl, die ganze Zeit dabei gewesen zu sein.

Wem würdest du hinter der Ziellinie eine Medaille umhängen?
Auch hier gibt es eine lange Liste von ganz besonderen Menschen, die ich im Laufe der Zeit kennenlernen durfte. Einer meiner Lieblinge ist Eliud Kipchoge, dem ich im Athletenhotel immer seinen Pfefferminztee servierte. Er liebte meinen Tee und ich mochte sein Lächeln so sehr. Dann ist er zweimal bei uns Weltrekord gelaufen. Vielleicht lag es ja auch am Tee? Wer weiß das schon?
Besonders viel Spaß hatte ich mit “Mocki” (Sabrina Mockenhaupt). Ihre natürliche und offene “kölsche” Art hat jede Begegnung zu einer wahren Freude werden lassen. Wir haben immer sehr viel miteinander gelacht. Aber wie gesagt, es gibt ganz viele Menschen, die eine Medaille verdient haben.

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